Daisuke Nakanishi

Vor seiner Weltreise

Am 6. März 1970 bin ich in Osaka,Japan, geboren. Im Alter von 10 Jahren fing ich mit dem Radfahren an. Während meiner Schulzeit interessierte mich Radfahren immer mehr, auch durch die Unterstützung und Ermutigung meines Vaters. Zusammen mit meinem Bruder unternahm ich Radtouren nach Kyoto und Nara.

Täglich radelte ich 10 Kilometer zu meiner Schule (einfach) und mir machte es Spass neue Routen zu entdecken, neue Landschaften und die wechselnden Farben der Jahreszeiten zu geniessen.

Während meiner Studienzeit auf der Universität trat ich einem Radverein bei und wir radelten überall in Japan. 20 Länder lernte ich auf 5 Radreisen kennen, die ich während der Ferien machte. Aber das Reisen während den Ferien ist sehr anstrengend, da die Zeit immer begrenzt ist. Ich hasste diesen Vorbereitungsstress jeweils vor den Reisen.

1990

Während meines Studium ging ich auf meine erste Auslandsreise. Kurz bevor ich nach Los Angeles flog, radelte ich für einen Monat nach Hokaido. Dadurch hatte ich nur 3 Tage Zeit meine gesamte Ausrüstung überall in Osaka zusammen zu suchen. Dazu waren noch, aufgrund der Sommerferien, viele Geschäfte geschlossen.

Da ich glaubte, das japanische Produkte die Besten der Welt sind, benutze ich ausschliesslich solche. Am letzten Tag schaffte ich es noch alle Vorbereitungen abzuschliessen.

Die Mohave Wüste war sehr heiss: Ich musste anhalten und verlor für einen Moment das Bewusstsein. Glücklicherweise fuhr Mister Don vorbei, hielt an und versorgte mich mit kaltem Wasser. Menschen, die in einer so unwirtlichen Gegend leben sind meistens sehr freundlich. Ich danke Mister Don für seine Hilfe!

Ich radelte von Küste zu Küste: Los Angeles to New York (5000 km) in 48 Tagen. Es war meine erste Reise ausserhalb von Japan und ich schloss die ersten Freundschaften mit Menschen aus anderen Ländern.

1991

Meine zweite Reise begann ich im Februar 1991. Einen Tag vor der Abreise stellte ich fest, dass mein Gepäckträger gebrochen war. Am Abend vor der Abreise fanden mein Vater und ich einen Schweisser der, auf unser Betteln hin, den Gepackträger reparierte. Ich hatte Angst, dass ich eventuell nicht auf meine Radreise gehen konnte. Die Reise führte mich während vier Wochen durch Neuseeland, Singapore und Malaysia. Ich war tief beeindruckt von der Landschaft und den freundlichen Menschen. Besonder Neuseeland fand ich sehr schön. (Gesamte Strecke: 3.000 km)

1991

Meine dritte Reise, auch in 1991, begann ich in London. Ein Tag vor dem Beginn bekam ich mein Fahrrad von der Reparatur zurück, wenige Minuten bevor Geschäftsschluss.

Ich bereiste Europa und Ägypten. Während meiner 6.500 Kilometer langen Reise bewunderte ich die historischen Gebäude in Europa, die wunderschöne Landschaft, die verschiedenen Sprachen und die unterschiedlichen Gebräuche und Kulturen. In Ägypten bekam ich einen schweren Durchfall, der die Reise sehr anstrengend machte.

1992

1992 machte ich meine 4. Reise. Ich plante in Korea und Taiwan zu radeln, aber alle Flüge waren ausgebucht. Einen Tag vor der Abreise wurde ein Platz frei und die Reiseagentur musste das Ticket am Tag der Abreise zum Flughafen bringen. Es war immer wieder mit Schwierigkeiten und Theater verbunden eine neue Reise zu beginnen, aber letztendlich hat es immer geklappt rechtzeitig von Japan wegzukommen.

Es schneite in Seoul und war sehr kalt. In Taiwan war das Essen sehr gut und günstig. Trotz der 1330 km auf dem Fahrrad kehrte ich schwerer zurück als ich gestartet war.

1992

Indien und Nepal boten mir 1230 Kilometer lang sehr heisse und schlechte Strassen. In den Städten wurde ich von Bettlern und Dieben belagert, aber auf dem Land traf ich sehr nette Menschen. Die Nepalesen schienen angenehmer sein. Die Szenerie des Himalaya in der Ferne waren berauschend.

Es war mein Traum um die Welt zu reisen und mehr Freunde zu gewinnen, die Welt mit eigenen Augen zu sehen, und den Menschen persönlich zu begegnen - einfach die Welt zu erleben!

Ich bin kein grosser Planer, aber ich wusste es würde mindestens 3 Jahre dauern alles vorzubereiten. Nach meinem Universitätsabschluss in Wirtschaft (März 1992) arbeitete ich in einer Baufirma (wo mein Interesse an Architektur geweckt wurde). Ich sparte alles Geld bis ich circa US$ 50,000.00 zusammen hatte.

Endlich, am 23. Juli 1998 war ich bereit. Der Vorbereitungsstress war riesig, aber dieses Mal nur einmal für lange Zeit. Viele Jahre sind seitdem vergangen und ich reise immer noch. Noch immer bin ich kein grosser Planer, aber habe viele Pläne.

Mein Traum ist es eine eine Million Freunde zu gewinnen. .

Während seiner Weltreise

Ich begann meine Reise in Anchorage, Alaska. Eine lange Reihe von Orten und Ländern sollten folgen, bei der Reise durch all die Kontinente. Ich lernte einige Sprachen. Heute, 2007, spreche ich Japanisch (natürlich), Englisch und Spanisch. Es selbstverständlich schwierig so über sich selbst zu sprechen, aber trotzdem hier einige persönliche Einschätzung bzw. Details::

Meine körperlichen Herausforderungen

Niemand übersteht eine solche Reise unversehrt. Selbstverständlich gibt es physische Höhen und Tiefen:

Malaria
In Kenia bin ich an Malaria erkrankt - Malaria tropicana, die auch tödlich verlaufen kann. Glücklicherweise konnte die Malaria rechtzeitig mit den richtigen Medikamenten behandelt werden.
Regen
Radfahrer werden nass, wenn es regnet. Leider nicht nur wenn sie auf dem Rad sitzen sondern auch beim Zelten. Der Regen kann gnadenlos sein. Lange Regenperioden (wie in Russland) sind wirklich ein Test.
Klettern
Meine "Arbeit" ist das Reisen. Mein Hobby ist das Klettern. Nicht nur das Bergwandern sondern das Klettern im Gebirge, dass auch tödlich enden kann (wie für einen meiner Bergkollegen in Südamerika). Die Liste mit den von mir bestiegenen Bergen jenseits der 5.000 Meter wird länger und länger. Der höchste Berg bisher war der Aconcagua in Argentinien mit 6.962 Metern ( in den Himalaya muss ich noch..).
Ruhen und Verweilen
Manchmal kann ich Gesellschaft von guten Freunden entspannen. Wie zum Beispiel in Basel. Dort habe ich schon zwei Mal Weihnachten verbracht. Für mich ist es sehr wichtig, das sich mein Körper ab und zu erholen kann.
Kriminaliät
Selbstverständlich helfen viele Menschen einem einsamen Radfahrer. Aber manchmal versuchen sie eben auch mich zu bestehlen während einer mich festhält, wie zum Beispiel in Rumänien.

Mein seelisches Befinden

Die mentalen Hochs und Tiefs wechseln, je nach dem welche Einstellung ich zu mir und der Welt habe.

Armut
Die Medizin gegen die Malaria hat mir das Leben gerettet, in einem Land in dem immer noch Leute verhungern. Sie sterben, weil sie einfach kein Geld haben. Wenn man diese Armut sieht, wünscht man sich, unser Reichtum besser zu verteilen.
Gastfreundschaft
Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Reises, ist die Tatsache, von anderen abhängig zu sein. Das gilt besonders für Radreisen. Es ist gut, dass mir so viele Menschen helfen und ich bin dafür sehr dankbar. Was mich immer wieder berührt ist die Tatsache, das arme Menschen in den Entwicklungsländern viel eher bereit sind zu teilen als in wohlhabenden Ländern.
Entschlossenheit
Patagonien zu durchqueren - in diesem "Gegensturm" - bis nach Feuerland, das braucht Entschlossenheit und einen starken Willen. Ohne diesen Willen, wäre ich schon längst wieder zu Hause.
Friede
Reisen bietet einem neue Einblicke, wirft aber auch Fragen auf und Wünsche. Es ist mein Wunsch zum Frieden in der Welt beizutragen durch meine Freundschaften auf der ganzen Welt. Wenn jeder der Freund des anderen wäre, wäre kein Platz für Konflikte und Kriege.

Bekannte Persönlichkeiten

Beeindruckende Menschen habe ich auf meinem Weg getroffen: Edmond Hillary, der Erstbesteiger des Mount Everest, den weltbekannten brasilianischen Fussballer Pele, Heinz Stucke (Guiness Weltrekordhalter in Sachen Weltreise per Rad), Jimmy Carter (Ex-Präsident der Vereinigten Staaten) und Lech Walesa der bekannte polnische Expräsident und Gewerkschafter.

Ich bin Ehrenbürger von Cajamaruca in Peru, von Paznia, Bolivien, von Upata, Venezuela und von Chisinau, Moldawien.

Verkäufer/Geschäftsmann

Langsam neigt sich mein Erspartes zu Ende. Jetzt suche ich nach neuen Wegen, um weiter reisen zu können. Ich habe angefangen meine Geschichten, meine Fotos und meine Erfahrungen zu verkaufen. Manchmal für ein Essen, eine Dusche, ein Bett und ein Frühstück. Manchmal aber auch für Geld, wenn meine Fotos und Geschichten von Zeitungen oder dem Fernsehen veröffentlicht werden.

Philosoph

Die meisten Menschen, die ich treffen wünschen sich, wie ich, Frieden auf der Welt. Ich baue darauf, das mein Beitrag zum Friede in der Welt sein wird, eine Million Freunde zu gewinnen.

Die Zeit nach meiner Reise

Ich weiss nicht was kommt und ich will es jetzt auch noch nicht wissen!